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Fellwechsel beim Hund – Symptome, Dauer und wie du deinen Hund richtig unterstützt

Wenn die geballten Hundehaare durch dein Wohnzimmer wehen wie Steppenläufer in einem alten Westernfilm, dann kann das nur eins bedeuten: Der Fellwechsel hat begonnen. Während Langhaarhundebesitzer in jeder Mahlzeit mindestens drei Haare finden, klebt die Unterwolle von Kurzhaarhunden an jedem Teppich, Sessel oder der Unterseite der Socken. Wir erklären dir heute, was es mit dem Fellwechsel beim Hund auf sich hat, wie lange er dauert und wie du deinen Vierbeiner in dieser Zeit am besten unterstützen kannst.

 

Was passiert beim Fellwechsel beim Hund?

Der Fellwechsel ist ein natürlicher Prozess, den viele Tierarten durchlaufen, unter anderem auch unsere Hunde und Katzen. Das Fell der meisten Hunderassen setzt sich aus zwei Ebenen zusammen: das etwas rauere, längere Deckhaar, welches oft leicht schmutz- und wasserabweisende Eigenschaften aufweist und die warme, kuschlig-weiche Unterwolle. Es gibt aber auch Rassen, die keine Unterwolle aufweisen, darunter z.B. Boxer, Dalmatiner, Malteser oder Pudel.

Beim Fellwechsel passiert etwas sehr Cleveres: Die alte Unterwolle wird über einen Zeitraum von mehreren Wochen abgeworfen und wächst dann über die nächsten Monate wieder nach und passt sich den aktuellen Umweltbedingungen an. Das ist eine natürliche Schutzfunktion des Körpers, denn im Winter bietet die dichte Unterwolle eine perfekte Isolierung gegen die Kälte, während sie im Sommer eine optimale Temperaturregulation erlaubt.

Aus diesem Grund sollten Hunderassen mit Unterwolle nur in Ausnahmesituationen (sehr stark verfilzt, medizinische Gründe) geschoren werden. Ein Hund mit Unterwolle schwitzt im Sommer nicht – Hunde haben am Körper keine relevanten Schweißdrüsen. Im Gegenteil: Die Unterwolle hilft bei der natürlichen Temperaturregulation, egal, ob Sommer oder Winter. Werden diese Hunde geschoren, wächst zunächst die dichte Unterwolle nach – ohne den UV- und Wetterschutz des langsamer wachsenden Deckhaars.

 

Wann ist Fellwechsel beim Hund?

Fellwechsel findet meist zweimal im Jahr statt

Sobald Hunde das ursprüngliche, weiche „Welpenfell“ verloren haben, machen die meisten Vierbeiner zweimal im Jahr einen Fellwechsel durch. Natürlich gibt es Abweichungen, die durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden – diese werden wir im Verlauf des Blogbeitrags näher erläutern. Hunde, die keine Unterwolle besitzen, könnten unter Umständen das ganze Jahr durch Haare verlieren. Der Dalmatiner gehört beispielsweise zu den Rassen, die ganzjährig geringfügig haaren.

 

Welche Faktoren den Fellwechsel steuern

Der Fellwechsel wird beim Hund durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst. Viele Halter gehen davon aus, dass Hunde im Frühjahr ihr „Winterfell“ und im Herbst ihr „Sommerfell“ verlieren, da die Außentemperaturen schwanken. Ganz so einfach ist dies jedoch nicht. Es gibt grundsätzlich kein „Winterfell“ oder „Sommerfell“, obwohl es durchaus sein kann, dass die Unterwolle in der kühlen Jahreszeit ein wenig üppiger ausfällt. Änderungen in der Temperatur aber sind nicht ausschlaggebend für das Abwerfen der alten Unterwolle – zumindest nicht allein.

Ein großer Faktor im Einleiten des Fellwechsels ist die Veränderung in der Tageslänge und die damit einhergehende Änderung in der UV-Strahlung. Diese wirkt sich auf den Hormonspiegel des Hundes aus und gibt somit den Anreiz für den Haarwachstumszyklus. Auch die Sexualhormone (Testosteron und Östrogen) beeinflussen die Haarfollikel.

 

Warum manche Hunde ganzjährig haaren

Warum haart mein Hund dann das ganze Jahr über? Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn auch hier können unterschiedliche Faktoren das Fell deines Vierbeiners beeinflussen. Erst einmal ist es vollkommen normal, dass Hunde das ganze Jahr über einzelne Haare verlieren, wenn auch wesentlich weniger als im Fellwechsel. Manche Rassen, z.B. Dalmatiner, durchlaufen aufgrund der fehlenden Unterwolle keinen regulären Fellwechsel, sondern werfen das Deckhaar konstant über das ganze Jahr hinweg ab.

Hunde, deren Hormonhaushalt beeinflusst wird, z.B. durch Kastration oder Chip, können auch teilweise ganzjährig haaren.

 

Wie lange dauert der Fellwechsel beim Hund?

Durchschnittliche Dauer des Fellwechsels

Im Normalfall dauert der Fellwechsel bei Hunden ca. 6 bis 8 Wochen. Natürlich kann die individuelle Dauer etwas je nach Hund variieren. Und nur, weil der Fellwechsel im Frühjahr 8 Wochen dauert, heißt es nicht, dass er nicht im Winter bereits nach 5 Wochen vorbei sein kann. Daher kann man bei den 6-8 Woche nur von der durchschnittlichen Dauer sprechen.

Selbstverständlich gibt es aber auch bekannte Faktoren, die die Dauer und Intensität des individuellen Fellwechselzyklus beeinflussen können. Diese erläutern wir dir gern im folgenden Abschnitt.

Faktoren, die Dauer und Intensität beeinflussen

Alter des Hundes

Sobald Junghunde das sogenannte „Welpenfell“ abgeworfen haben, findet der Fellwechsel meist in ziemlich regelmäßigen Abschnitten zweimal jährlich statt. Im Alter kann sich dieser Prozess verlangsamen, sodass Senioren vermehrt auf die Hilfe des Menschen angewiesen sind, um die Unterwolle loszuwerden. Auch kann es passieren, dass der Fellwechsel weniger intensiv wirkt, der Hund aber dafür ganzjährig vermehrt haart.

Hunderasse

Unterschiede finden sich natürlich auch zwischen den verschiedenen Hunderassen. Kurzhaarhunde mit wenig Unterwolle werden sich im Fellwechsel nur bedingt bemerkbar machen, während Langhaarhunde mit dichter Unterwolle die Wohnung gern für mehrere Wochen in eine Schneekugel verwandeln.

Hormone

Wie bereits in einem vorherigen Abschnitt erklärt, wird der Fellwechselprozess größtenteils von den Hormonen beeinflusst. Hunde, deren Hormone durch Kastration oder Chip beeinflusst werden, erleben oft Abweichungen im üblichen Fellwechselprozess. Auch hier kann sich der Zyklus verlangsamen oder der Hund dazu übergehen, ganzjährig zu haaren anstelle die Unterwolle in kurzen Zeitabschnitten abzuwerfen.

In einzelnen Fällen kann es durch Kastration oder Langzeitanwendung des Hormonchips zu einem sogenannten „Kastratenfell“ kommen. Hier verändert sich durch die hormonellen Veränderungen auch das Fell, wodurch die Unterwolle üppiger wächst und nicht mehr von allein ausfällt. Hier ist das Eingreifen des Halters unbedingt erforderlich, um Verfilzungen zu vermeiden.

 

Fellwechsel beim Hund – typische Symptome

Du fragst dich, wann wohl der Fellwechsel bei deinem Vierbeiner einsetzen wird? Wir haben dir die häufigsten Symptome aufgelistet, die du bemerkst, bevor der Fellwechsel so richtig losgeht:

 

Starker Haarverlust

Wenn du im Körbchen, auf dem Sofa oder all den anderen Schlafplätzen vermehrt Haare findest, deutet dies meist auf einen beginnenden Fellwechsel hin. Einige Rassen, z.B. Siberian Husky, Alaskan Malamute oder Samojede, verlieren ihre Unterwolle gern in kleinen Büscheln, die dann wie Steppenläufer durch die Wohnung wehen und sich in den Ecken sammeln.

Beim Streicheln, Knuddeln und Kuscheln hast du auf einmal mehr Haare als sonst an den Fingern und der Kleidung? Auch das ist ein klarer Hinweis dafür, dass die Fellwechsel-Saison begonnen hat.

 

Veränderungen im Fell

Bevor die Unterwolle wirklich ausfällt und deine Wohnung mit „Hundeglitzer“ überzieht, gibt es meist etwas subtilere Anzeichen. Wirkt das Fell deines Hundes trotz regelmäßigem Bürsten auf einmal etwas stumpf und ungewöhnlich struppig, dann ist das meist die Ruhe vor dem Sturm. In den nächsten 1-2 Wochen wirst du bemerken, dass die Unterwolle aus dem Deckhaar hervorragt und sich leicht entfernen lässt. Keine Panik – sobald dein Hund den Fellwechsel durchlaufen hat, sieht das Haarkleid wieder gepflegter aus.

 

Hund Fellwechsel Juckreiz

Erlebt dein Hund im Fellwechsel vermehrt Juckreiz, so ist dies ein ganz natürliches Teil des Prozesses. Die losen Haare kribbeln, sorgen teils für minimale Hautreizungen und dementsprechend verstärktes Kratzen. Aber Achtung! Sollte sich dein Hund ungewöhnlich viel und immer an den gleichen Stellen kratzen, solltest du sie von der losen Unterwolle befreien und einmal genauer hinsehen. Manchmal kaschiert der Fellwechsel auch einen Zecken- oder Flohbefall, der selbstverständlich behandelt werden sollte.

 

Erhöhter Energiebedarf

Dein Hund steht schon vor dem Napf lange bevor die Fütterungszeit beginnt und kann einfach nicht genug bekommen? Das kann tatsächlich ein Hinweis darauf sein, dass die Fellwechsel-Saison bald beginnt. Einige Wochen bevor die alte Unterwolle abgestoßen wird, kurbelt der Körper den Stoffwechselprozess an, um den Fellwechsel in Gang zu bringen. Das äußert sich bei einigen Hunden als größerer Appetit und mehr Hunger.

Sehr empfindliche Hunde können zu diesem Zeitpunkt auch vermehrt mit Sodbrennen reagieren. Es kann durchaus eine gute Idee sein, die Futterration ein wenig zu erhöhen oder durch Kohlenhydrate aufzustocken. Der Fellwechsel ist eine körperlich anstrengende Zeit, da der Stoffwechsel viel intensiver arbeitet als sonst.

 

Was hilft Hunden beim Fellwechsel?

Durch gezielte Züchtungen haben wir den Wolf so verändert, dass natürliche Prozesse, wie der Fellwechsel, nicht in allen Fällen – oder allen Rassen – selbstständig und problemlos abläuft. Gerade Hunde mit dichter Unterwolle, Langhaarhunderassen oder Hunde mit gelocktem Fell benötigen unsere Hilfe, um das Fell gesund zu halten. Dafür haben wir dir die besten Tipps für den Fellwechsel zusammengetragen:

 

Regelmäßiges Bürsten und Kämmen

Ob Fellwechsel oder nicht – regelmäßiges Kämmen und Bürsten ist die beste Methode, um lose Haare zu entfernen und Verfilzungen vorzubeugen. Der Fellwechsel kann auf diese Art und Weise beschleunigt werden, womit weniger Haare in der Umgebung landen.

Aber aufgepasst: Kämme und bürste deinen Hund vorranging in Innenräumen. Wenn du diese Aktivität nach draußen verlegst, dann achte darauf, alle Fellbüschel einzusammeln, denn diese können sonst im Nest von Jungvögeln landen. Dann kann für die heranwachsenden Vögel Lebensgefahr bestehen.

 

Die Line-Combing-Methode

Bei Langhaarhunden oder Hunden mit dichter Unterwolle bietet sich die sogenannte Line-Combing- der Line-Brushing-Methode an. Hierbei wird das Fell vorsichtig mit der Hand bis zur Haut geteilt und anschließend Scheitel für Scheitel durchgekämmt, bzw. gebürstet. Diese Methode ist besonders bei dichter Unterwolle beliebt, da so sichergestellt wird, dass der Kamm oder die Bürste bis auf die Haut vordringen und keine Knötchen oder Verfilzungen zurückbleiben. Das bedeutet jedoch auch, dass diese Methode recht zeitaufwendig ist, da nach diesem Prinzip der gesamte Körper gebürstet wird.

Am besten nutzt du für das Line-Combing eine Zupfbürste (Slicker Brush). Ein regulärer Metallkamm mit abgerundeten Enden ist jedoch auch ein beliebtes Werkzeug, vor allem bei Langhaarhunden. Etwas rauere Fellpartien, die gern kleine Knötchen bilden, können vorher mit einem Entfilzungsspray behandelt werden, um die Kämmbarkeit zu erhöhen.

 

Unterwolle richtig lösen

Die Unterwolle deines Hundes hängt noch fest und möchte sich beim Bürsten nur widerwillig lösen? Mit ein paar Tricks kannst du den Prozess etwas beschleunigen und die etwas sturen Partien lösen.

Ein Hundeföhn, auch Blower genannt, ist eine fantastische Methode, um festsitzende Unterwolle zu lockern und den Fellwechselprozess zu beschleunigen. Ein Hundeföhn hat mehr Kraft als das menschliche Äquivalent und schafft es meist innerhalb von 10-30 Minuten (abhängig von Hunderasse), den Großteil der Unterwolle zu beseitigen. Vorsicht: Diese Methode kann einen kleinen Indoor-Schneesturm auslösen.

Ist der größte Teil der Unterwolle ausgeblasen oder ausgekämmt, kann der Hund mit einem speziellen Deshedding-Shampoo gewaschen werden. Wird das Shampoo gut einmassiert und ausgespült, wird die übrige Unterwolle gelockert und kann im Anschluss einfach ausgekämmt werden. Hier solltest du jedoch beachten, den Großteil der Unterwolle vor dem Bad zu entfernen. Sonst besteht Verfilzungsgefahr und je nach Unterwollemenge kann es sehr viel länger dauern, den Hund bis zur Haut zu waschen und anschließend zu trocknen.

Hast du deinen Hund geföhnt, gewaschen und getrocknet, reicht es meist aus, die übrigen losen Haare mit einer Zupfbürste aus dem Fell zu holen.

 

Ernährung während des Fellwechsels anpassen

Es kann durchaus Sinn ergeben, die Ernährung vor und während dem Fellwechsel ein wenig anzupassen. Bei vielen Hunden zeigt sich der bevorstehende Fellwechsel in gesteigertem Appetit durch einen höheren Energiebedarf. Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren und benötigt wichtige Nährstoffe für Haut und Fell.

Für junge, gesunde und aktive Hunde kann es also durchaus Sinn ergeben, die Futterration ein wenig zu erhöhen oder zumindest durch Kohlenhydrate oder gesunde Öle aufzustocken.

 

Sinnvolle Supplemente für Haut und Fell

Neben täglichem Bürsten kannst du deinen Hund auch durch Supplemente für Haut und Fell unterstützen. Wir erklären dir kurz, welche dafür besonders geeignet sind und wieso sie so gut funktionieren:

Omega 3-6-9 Öl: Omega 3-6-9 Öl enthält wichtige Komponenten, u.a. EPA und DHA. EPA hilft dabei, die Talkproduktion zu regulieren und sorgt somit für eine gesunde Haut. Das DHA unterstützt die Zellgesundheit und ist damit wichtig für gesundes Haar. Essenzielle Linolsäure und Gamma-Linolensäure, die ebenfalls im Öl enthalten sind, tragen zu einem gesunden Hautstoffwechsel bei.

Bierhefe: Bierhefe enthält wichtige B-Vitamine, Aminosäuren und andere Mineralstoffe und Spurenelemente, die den Stoffwechsel sowie den Zell- und Muskelaufbau des Hundes unterstützen. Auch die Haut- und Fellgesundheit wird durch diese gesunde „Nährstoffbombe“ positiv beeinflusst.

Stiefmütterchenkraut: Das Stiefmütterchenkraut ist ein natürliches Supplement für die Haut- und Fellgesundheit des Hundes. Es kann Juckreiz lindern, Hautproblemen vorbeugen und den Stoffwechsel in Schwung bringen, wodurch der Fellwechsel angekurbelt wird. Als saisonbedingte Kur kann Stiefmütterchenkraut unterstützend eingesetzt werden.

 

Wie oft sollte man einen Hund beim Fellwechsel bürsten?

Hunde mit viel Unterwolle

Hunde mit viel Unterwolle, z.B. Siberian Husky, sollten während des Fellwechsels idealerweise täglich gebürstet werden, mindestens aber dreimal pro Woche, um sicherzustellen, dass das alte Fell herausfällt und keine Verfilzungen über der Haut bildet. Das beeinträchtigt nämlich die normale Wärmeregulation des Fells.

 

Kurzhaarige Hunde

Kurzhaarige Hunde mit mäßig Unterwolle kommen mit 1-2 Bürsteinheiten pro Woche davon. Mitten im Fellwechsel kann häufigeres Bürsten natürlich Sinn ergeben, um den Anteil an Haaren auf Kleidung, Möbeln und auf dem Fußboden zu verringern.

 

Langhaarige Hunde

Langhaarige Hunde müssen natürlich öfter gepflegt werden als die Vierbeiner mit kurzem Fell. Das betrifft nicht nur die Unterwolle, sondern auch das längere Deckhaar, welches in bestimmten Körperregionen (an den Beinen, hinter den Ohren, unter den Achseln, am Schwanz oder auch am flauschigen Popo) mehr zu Knötchen und Verfilzungen neigt. Für das längere Haar eignet sich vor allem ein schlichter Metallkamm mit abgerundeten Spitzen.

 

Tipps für stressfreies Bürsten

Nicht jeder Hund liebt die regelmäßigen Pflegeeinheiten, doch je länger das Fell oder je üppiger die Unterwolle, desto wichtiger ist es, das Fell regelmäßig zu kämmen und zu bürsten. Festsitzende Unterwolle kann die natürliche Kühl- und Wärmefunktion beeinträchtigen und auch kleine Knötchen können unangenehme Spannungen auf der Hautoberfläche verursachen. Daher haben wir noch ein paar Tipps für dich zusammengetragen, mit denen das Bürsten zum Kinderspiel wird:

  • Frühe Gewöhnung: Je früher du mit dem Training beginnst, desto einfacher wird es sein. Am besten startest du damit natürlich im Welpenalter. Doch auch, wenn du einen erwachsenen Hund bei dir aufnimmst, kannst du sanft und positiv mit dem Pflegetraining starten.
  • Positive Verknüpfung: Bürsten ist natürlich nicht mit ausgelassenem Spiel vergleichbar, aber versuch, es so positiv wie möglich zu gestalten – ohne Zwang und mit einer großen Belohnung am Ende. Vermeide jedoch, deinen Hund mit einem Leckerli in unangenehme Situationen zu locken, denn dadurch kann auch eine negative Erfahrung mit Futter entstehen. Hebe dir die Leckereien lieber bis zum Schluss auf.
  • Übe ein Start-Stopp-Signal: Vielen Hunden fällt es leichter, unangenehme Situationen, wie medizinische Behandlungen oder Pflegeeinheiten, zu ertragen, wenn sie selbst darauf Einfluss nehmen können. Bringe deinem Hund also ein Start-Stopp-Signal bei, z.B. ein Anstupsen mit der Nase, mit dem er oder sie das Bürsten jederzeit pausieren kann.
  • Kurze Pflegeeinheiten: Halte die Bürsteinheiten zu Beginn kurz, um deinen Hund nicht zu überfordern. Je nachdem, welches Körperteil ausgebürstet werden soll, kann langes Verharren in einer Position für deinen Hund sehr anstrengend sein. Das gilt besonders für Hunde mit Gelenkbeschwerden. Wenn du die sogenannte Line-Combing-Methode durchführst, solltest du aufpassen, die Haut an einzelnen Stellen nicht zu doll zu strapazieren. Auch hier bieten sich kürzere aber häufigere Pflegeeinheiten an.
  • Passendes Equipment: Wähle passendes Equipment, welches für die Verwendung am Hund gemacht wurde. Ein komfortabler Griff für dich, abgerundete Bürstenspitzen für deinen Hund. Natürlich solltest du die Bürsten auch auf die Felllänge deines Hundes anpassen. Mit einem Metallkamm wirst du bei einem Kurzhaarhund genauso wenig ausrichten können, wie mit einer kurzzackigen Bürste an einem Langhaarhund.

 

Wann ist der Fellwechsel nicht mehr normal?

Wie bereits beschrieben, kann der Fellwechsel mit vielen Haaren, ein wenig Juckreiz und einem größeren Appetit einhergehen. Aber was, wenn mehr dahintersteckt? Bei diesen Anzeichen solltest du zur Sicherheit deinen Tierarzt aufsuchen:

  • kahle Stellen
  • starke Hautrötungen
  • extrem starker Juckreiz

 

Im einfachsten Fall steckt nur ein lästiger Flohbefall hinter dem Juckreiz. Auch festgebissene Zecken können dafür sorgen, dass sich Hunde vermehrt kratzen. Hier kann der Tierarzt geeignete Mittel zur Parasitenbekämpfung empfehlen.

Auch, wenn die ausgefallene Unterwolle das Fell ein wenig dünner und feiner zurücklässt: kahle Stellen sind ein Warnzeichen und kein typisches Symptom des Fellwechsels. Verschiedene Haut- oder Autoimmunerkrankungen können dazu führen, dass auch das Deckhaar an verschiedenen Körperstellen ausfällt. Das sollte in jedem Fall tierärztlich abgeklärt werden. Das gilt natürlich auch für starke Hautrötungen und Ausschlag, der nicht auf eine kurzzeitige Reizung durch scharfkantige Kämme und Bürsten zurückzuführen ist.

 

Fazit: Fellwechsel beim Hund richtig begleiten

Der Fellwechsel beim Hund ist ein natürlicher Prozess, der üblicherweise zweimal im Jahr auftritt. Ob sich deine Wohnung dabei in eine Schneekugel verwandelt oder du lediglich mit ein paar mehr Haaren auf Kleidung und Möbeln rechnen kannst, hängt sehr stark von der Rasse und der individuellen Fellstruktur ab. Mit regelmäßigem Bürsten und einer gesunden Ernährung kommen du und dein Hund jedoch mit Sicherheit gut durch den nächsten Fellwechsel.

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