Hast du auch schon bemerkt, dass dein Hund im Winter mehr Hunger hat? Wenn der Vierbeiner den Napf bis auf den letzten Krümel ausleckt, die Leckerli nur so verschlingt und dich dann immer noch mit hungrigen Augen ansieht, dann liegt das sehr wahrscheinlich am erhöhten Energiebedarf des Hundes im Winter. Gerade beim BARF im Winter stellt sich für viele Halter die Frage, ob mehr Fett, zusätzliche Kohlenhydrate oder eine angepasste Ölzugabe sinnvoll sind. Wir erklären dir genau, warum das so ist und wie du deinen Hund in der kalten Jahreszeit mit nur kleinen Anpassungen beim Barfen im Winter unterstützen kannst.
Warum steigt der Energiebedarf von Hunden im Winter?
Jeder Hund ist ein Individuum. Das bedeutet, dass jeder Hund mit kalten Wintertemperaturen anders umgeht. Ein Fakt, jedoch, ist unbestreitbar: Bei Minusgraden muss der Körper mehr Energie aufwenden, um die Körpertemperatur zu halten. Daher steigt der Energiebedarf bei den meisten Hunden im Winter an.
Während Couchpotatos davon eher weniger betroffen sind, erleben besonders aktive Hunde einen erhöhten Kalorienbedarf im Winter, der über das Futter abgedeckt werden sollte, um Gewichtsverlust vorzubeugen. Die kühleren Temperaturen und das sonnige Winterwetter locken außerdem viele Halter und Vierbeiner nach draußen, um lange Spaziergänge zu unternehmen oder Wintersport zu betreiben.
Schneit es hier etwa Fell? Während des Fellwechsels unternimmt der Körper deines Hundes unsichtbare, aber nicht zu vernachlässigende Anstrengungen. Über einen kurzen Zeitraum wird neue Unterwolle produziert, wodurch der Kalorienbedarf beim Hund im Winter spürbar ansteigen kann, da der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft.
Treffen alle diese Faktoren – Fellwechsel, kalte Temperaturen und hohe Aktivität – aufeinander, so ist es natürlich nicht verwunderlich, dass dein Vierbeiner gerade jetzt großen Hunger hat und seine Portionen gierig verschlingt. Eine einfache Lösung ist natürlich, die Gesamtfuttermenge des BARF zu erhöhen. Doch es gibt auch noch andere kleine Tricks, wie du die Kalorienzufuhr deines Vierbeiners einfach und kostengünstig erhöhen kannst.
Mehr Fett im Winter-BARF: Wie viel ist sinnvoll?
Fett ist ein fantastischer Energielieferant, der den Energiegehalt deiner BARF Ration einfach erhöhen kann. Der Fettanteil im BARF ist dabei der wichtigste Stellhebel, um den Energiegehalt der Ration im Winter zu erhöhen. Für Muskelfleisch liegt der Fettgehalt im BARF üblicherweise zwischen 15 und 25%. Im Winter darf der Fettgehalt gern im oberen Bereich dieses Richtwerts liegen. Hast du einen sehr aktiven Sporthund oder eine säugende Hündin zu Hause, sind in Einzelfällen sogar Werte von bis zu 35% möglich. Achte einfach mal darauf, was beim Rohfettgehalt auf deiner BARF Verpackung angegeben ist.
Aber Vorsicht! Nicht alle Hunde kommen mit mehr Fett beim Barfen gut zurecht. Vierbeiner mit einem sensiblen Magen oder Pankreasproblemen sollten weiterhin eher magere Rationen bekommen.
Welche Fettquellen eignen sich beim Barfen im Winter?
Die einfachste Art, den Fettgehalt in der BARF Ration zu erhöhen, ist es, fetthaltigeres Fleisch zu kaufen. Ein guter Kandidat für die kalte Jahreszeit ist z.B. unser Rindfleisch mit Fettanteil, welches einen Rohfettgehalt von 25% aufweist. Besonders aktive Hunde verspeisen möglicherweise gern unsere Pute (komplett), welche ganze 32% Fett aufweist.
Doch es gibt auch fantastische Alternativen, um den Fettgehalt ein wenig zu erhöhen, die einfacher zu dosieren sind und mehr Spielraum in der Anpassung lassen:
- Separat erhältlicher Rindertalg
- Separat erhältliches Fett von Pferd, Schaf, Ziege, …
- Rinderfett in Pulverform
Dein Vierbeiner reagiert sensible auf Fett? Dann gibt es natürlich auch Alternativen. Natürlich solltest du auch bedenken, dass Fett selbst keine Mikronährstoffe enthält und daher kein Ersatz für Muskelfleisch oder Innereien darstellt. Es dient lediglich als Zugabe für eine Erhöhung der Energiedichte.
Kohlenhydrate im BARF: Sinnvoll im Winter oder unnötig?
Kohlehydrate sind im BARF beim Hund umstritten. Als Argument dafür wird oft angebracht, dass Wölfe in der freien Natur keine oder kaum Kohlehydrate konsumieren. Auch wird gesagt, dass Hunde unsere Kohlehydrate nicht verwerten können.
Und nun die Wahrheit unter dem Mythos: Unsere modernen Hunde sind natürlich keine Wölfe mehr und haben sich über Jahrtausende an die menschliche Ernährung angepasst. Dazu zählt auch der Verzehr von Kohlehydraten, die Hunde selbstverständlich auch verwerten können. Vorausgesetzt natürlich, sie werden durch Kochen verdaulich gemacht und in angebrachten Mengen verfüttert.
Unter den richtigen Voraussetzungen sind Kohlehydrate eine schnelle und zuverlässige Energiequelle, die auch für Hunde mit Fettverdauungsproblemen oder Nierenkrankheiten in Frage kommen. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass nicht jede Kohlehydratquelle für Hunde gleichermaßen geeignet ist. Auch sollten Kohlehydrate für Hunde länger gekocht werden als für Menschen. Wenn die Kohlehydrate etwas matschig sind, ist es für Hunde perfekt. Natürlich sollte der Kohlehydrat-Anteil schleichend erhöht werden, damit die Verdauung des Hundes Zeit hat, sich daran anzupassen.
Geeignete Kohlehydratquellen für Hunde
Welche Kohlehydrate darf dein Hund essen? Diese Frage stellen sich viele Besitzer. Daher haben wir eine praktische Liste der häufigsten Kohlehydrate für dich zusammengestellt. Beachte: Unbedingt vorher ausreichend lange kochen. Kartoffeln z.B. sind im rohen Zustand giftig.
Geeignete Kohlenhydrate für Hunde beim BARF im Winter sind unter anderem:
- Reis
- Kartoffeln
- Süßkartoffeln
- Quinoa
- Hirse
- Haferflocken
- Buchweizen
- Vollkornnudeln
- Tapioka
Sollte bei deinem Hund eine Glutenunverträglichkeit bekannt sein, sind glutenfreie Lebensmittel, wie Reis, Kartoffeln oder Quinoa selbstverständlich die bessere Wahl.
Ölzugabe im Winter-BARF: Diese Öle unterstützen Energie und Immunsystem
Wenn du deinen Hund regelmäßig barfst, wirst du wissen, dass gesunde Öle unverzichtbar sind für einen ausgewogenen Futterplan deines Hundes. Sie liefern essentielle Fettsäuren, tragen zur Haut- und Fellgesundheit bei und unterstützen das Immunsystem. Das ist gerade in der kalten Jahreszeit besonders wichtig. Die Ölzugabe im BARF ist aber auch ein fantastischer Energielieferant – gerade in der kalten Jahreszeit bei sehr aktiven Hunden.
Aufgrund der Omega-3-Fettsäuren und der Reichhaltigkeit an EPA und DHA sind Algenöl, Krillöl und Fischöl im BARF besonders beliebt. Aber auch pflanzliche Öle unterstützen die Hundegesundheit durch Linolsäure, Alpha-Linolensäure und Gamma-Linolensäure. Meist liefern sie mehr Omega-6 als tierische Öle. Pflanzliche Öle eignen sich ebenfalls besonders gut für Vierbeiner, die allergisch auf Fisch reagieren. Für alle anderen Vierbeiner empfiehlt sich eine ausgewogene Mischung als tierischen und pflanzlichen Ölen.
Öle sollten nach Anbruch kühl und dunkel gelagert werden. Meist sind sie deshalb in abgedunkelten Flaschen verpackt. Unter Lichteinstrahlung oder in wärmeren Umgebungen werden sie schneller ranzig.
Welche Öle eignen sich für BARF im Winter?
Du stehst vor dem Ölregal in deinem BARF Shop und weißt nicht genau, wo du anfangen sollst? Hier eine kleine Übersicht von Ölen, die eine perfekte Ergänzung im Napf darstellen:
- Kombiniertes Omega 3-6-9 Öl
- Lachsöl
- Fischöl
- Krillöl
- Algenöl
- Leinöl
- Hanföl
- Borretschöl
- Nachtkerzenöl
- Schwarzkümmelöl
Achtung! Nicht alles, auf dem „Öl“ steht, gehört auch in den Napf. Teebaumöl, Eukalyptusöl, Bittermandelöl und weitere ätherische Öle sind giftig für Hunde.
Fazit: BARF im Winter anpassen: Aktivität, Alter und Rasse
Beim BARF im Winter geht es vor allem darum, den Energiebedarf des Hundes individuell anzupassen - sei es durch mehr Fett, zusätzliche Kohlenhydrate oder eine angepasste Ölzugabe. Ist dein Hund eher von der gemütlichen Sorte und verschläft die Schneetage auf dem Sofa, dann reicht wahrscheinlich eine minimale Erhöhung der Ration während der Fellwechselzeit. Hast du jedoch einen Hund, der bei den kalten Temperaturen besonders aktiv wird, gar nicht von Spaziergängen nach Hause möchte und vielleicht sogar mit dir an Schlittenrennen teilnimmt? Dann kannst du durch diese einfachen Tipps dafür sorgen, dass er satt und gesund durch den Winter kommt.
Wenn du im Winter den Speiseplan für deinen Vierbeiner umgestaltest, beachte dabei immer die Aktivität, das Alter und die Rasse. Und ganz ehrlich? Welcher Hund sagt schon nein, wenn etwas mehr Futter im Napf liegt?
